Warum Digitalisierung für Senior.innen?

Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie die Menschen kommunizieren, sich informieren, konsumieren, soziale Kontakte pflegen oder mobil sind. 

Mit dem Einsatz digitaler Technologien und durch die Nutzung des Internets entstehen daher auch für ältere Menschen neue Möglichkeiten, ihren Alltag zu gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dies sollte besonders während der Corona- Pandemie gefördert werden, weil hier die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben besonders für ältere Menschen eingeschränkt ist. 

 

Demnach stellt sich die Frage:

Welche Bedeutung haben digitale

Kommunikationstechnologien für soziale Integration

und Einsamkeitsgefühle bei älteren Menschen?

Die Ergebnisse empirischer Studien deuten insgesamt

auf einen positiven Effekt digitaler
Kommunikationstechnologien hin:

Wenn ältere Menschen digitale
Kommunikationsmedien und das Internet nutzen,
sind sie sozial besser integriert und haben weniger

Einsamkeitsgefühle als zuvor. Am digitalen Wandel teilhaben bedeutet also auf

der einen Seite, von den Vorteilen dieses Wandels

profitieren und sie zur Gestaltung des eigenen Lebens nutzen zu können.

 

Die aktive Teilhabe an digitale Technologien kann ein selbstständiges Leben unterstützen, soziale Teilhabe sichern, die Versorgung stärken und generell die Lebenssituation älterer Menschen verbessern. 

 

Wie wirkt sich diese konkret auf unser Projekt E-Senior 2.0 aus?

 

Digitale Technologien können die regionale und quartiersbezogene Vernetzung und Teilhabe umso besser unterstützen, je mehr die neuen digitalen Angebote auf bereits bestehende analoge Strukturen und Netzwerke aufbauen und an sie anschließen. Aus diesem Grund haben wir uns für ein Projekt entschieden, bei welchem die Teilnehmer.innen die Video- Tutorials über den regionalen Fernsehsender empfangen. 

Der Achte Altersbericht Deutschlands hebt hervor, dass vielen Modellprojekten gezeigt haben, dass entsprechende Angebote die wirtschaftliche Entwicklung und die kommunale Daseinsvorsorge mit Blick auf Nahversorgung, Mobilität, Gesundheit und Pflege verbessern können (Familienministerium, 2020).

Das Ziel digitaler Daseinsvorsorge sollte es daher immer sein, Partizipation und Teilhabe auch außerhalb des digitalen Raums zu stärken. Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen, unter besonderer Berücksichtigung vulnerabler Gruppen, sollten deshalb in die Entwicklung von Konzepten der digital gestützten Daseinsvorsorge partizipativ eingebunden werden.

Der Prozess der Co-Kreation in der Entwicklung der Video- Tutorials zusammen mit den Senior.innen sowie die Durchführung der “Smartphone Cafés” mithilfe von Studierenden, die den Senior.innen durch Betreuung zu Seite stehen, stellt ein intergenerationelles und partizipatives Vorgehen dar. 

In der Gruppe der älteren Menschen ist ein deutlich größerer Anteil von der Teilhabe und den Möglichkeiten digitaler Technologien ausgeschlossen als in anderen Altersgruppen. Auch hier haben besonders Menschen mit niedrigen oder mittleren Bildungsstand geringeren Zugang zum Internet und sind weniger fit im Umgang mit digitalen Kommunikationsmedien. 

Unter dem Licht der vorherrschenden Pandemie, der Benachteiligung der älteren Altersgruppe beim Zugang zu digitalen Kommunikationsmedien und dem Risiko der soziale Isolation, ob nun durch steigendes Alter oder verändernder Lebensumstände bedingt, oder durch die anhaltenden Einschränkungen, nehmen wir die Wichtigkeit wahr, die ältere Bevölkerung digital weiterzubilden. Um die (digitale) Teilhabe auf lokaler Ebene zu fördern, ein Bewusstsein für die Wichtigkeit digitaler Weiterbildung im Alter zu stärken und auch das Selbstbewusstsein von ältere Menschen in Bezug auf Ihre Fähigkeiten zu stärken. 

 

Die Nutzung digitaler Kommunikationstechnologien kann dazu beitragen, Beziehungen zu intensivieren und den Kontakt zu vertrauten Bezugspersonen aufrechtzuerhalten – ein Umstand, der beispielsweise bei weit entfernt lebenden Kindern und Enkelkindern oder im Kontext von Hilfe- und Pflegebedürftigkeit eine Rolle spielt. Sie können aber auch zum Aufbau neuer Beziehungen und der Erweiterung des eigenen sozialen Netzes dienen, da sie einen niedrigschwelligen Einstieg in soziale Kontakte bieten. Dies könnte insbesondere bei Menschen von Bedeutung sein, die allein leben und wenige persönliche Kontakte haben, die also ein erhöhtes Risiko für soziale Isolation haben.

GoldenMe asbl geht von einem kompetenzorientierten Leitbild aus, bei dem ältere Menschen in der Lage sind, in der digitalen Welt kompetent und selbstbestimmt zu agieren. Wer sich die dazu nötigen digitalen Kompetenzen nicht selbst aneignen kann, sollte die passende Unterstützung und Beratung bekommen. Dieses kompetenzorientierte Menschenbild selbstverständlich: Allzu oft werden ältere Menschen als diejenigen dargestellt, die mit technischen Entwicklungen nicht mithalten können, die technische Neuerungen ablehnen und lediglich passiv und nachfolgend auf solche Entwicklungen reagieren.